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Laura Klockenbusch

Smartes Energiesparen: Bislang nur für Technikaffine

Studie der TH Köln sieht 30 Prozent Energie-Einsparpotenzial, aber große technische Herausforderungen für die Nutzer

Mit modernen Smart-Home-Systemen lässt sich der Gasverbrauch um bis zu 30 Prozent reduzieren – unabhängig von der Größe des Hauses und dem Alter der Heizanlage. Zu diesem Ergebnis kommen das Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der TH Köln und der Kölner Energieversorger RheinEnergie in einer aktuellen Forschungsstudie. Aber: Das gelingt nur, wenn sich die Nutzer intensiv mit der Steuerung beschäftigen. Damit nicht nur Technikaffine Energieeinsparungen in nennenswerter Höhe realisieren können, müssten die Anbieter ihre Systeme deutlich anwenderfreundlicher gestalten.

Für die Studie wurden in der Stadt Rösrath 120 repräsentative Einfamilienhäuser mit einer zentralen Gasheizung ausgewählt, bei denen im Frühjahr 2016 ein marktübliches Smart-Home-System installiert wurde. Fast zwei Jahre nutzten die 120 Haushalte ihre Smart-Home-Systeme: Rund 14 Prozent von ihnen erzielten hohe Einsparungen von mehr als 20 bis hin zu über 30 Prozent beim Gasverbrauch für Warmwasser und Heizung. Insgesamt verbrauchten 57 Prozent im Testzeitraum weniger Energie als zuvor. Bei 43 Prozent hingegen stieg der Energiebedarf – häufig allerdings begründet in einer steigenden Bewohnerzahl oder längerer Anwesenheitszeiten.

Um die Benutzerfreundlichkeit der Systeme zu testen, wurden den Teilnehmern zunächst nur die standardmäßigen Anleitungen als Hilfen an die Hand gegeben. Auch die individuelle Anpassung der Systeme sollten sie selbst durchführen. „In unseren monatlichen Befragungen zeigte sich sehr schnell, dass nur technisch versierte Nutzer mit einer hohen Eigenmotivation mit den Systemen gut zurechtkamen. Viele andere waren mit der Komplexität schnell überfordert“, erläutert Projektleiter Tobias Rehm vom CIRE der TH Köln. Daher entschied sich das Projektteam nach einem halben Jahr, die Teilnehmer durch Workshops und eigens erstellte Anleitungen bei der Nutzung der Systeme zu unterstützen.

„Mit unserem Forschungsprojekt haben wir viele neue Erkenntnisse über Smart-Home-Systeme aus der Kundenperspektive gewonnen und unsere Messergebnisse mit intensiven Befragungen und Einzelinterviews validiert. Jetzt ist klar: Die Nutzer wünschen sich ein einfacher und intuitiv zu nutzendes Smart Home, das sie ohne technische Vorkenntnisse auf ihre eigenen Bedürfnisse für Energieeinsparung, Komfort und mehr einstellen können. Hier sind die Hersteller gefordert. Wenn eine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit gelingt, könnte ein Großteil der Haushalte ihre Energiekosten deutlich senken“, sagt Prof. Dr. Thorsten Schneiders, der am CIRE das Smart-Energy-Team führt.

Das Forschungsprojekt „SmartHome Rösrath“ ist Teil des Projektes CELSIUS – „Combined Efficient Large Scale Integrated Urban Systems“.