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Christoph Feldhaus

VISE Online-Konferenz 2020 - Smart Energy in NRW

Zentrale Ergebnisse aus drei Jahren Smart Energy-Forschung

Am 07.12.2020 fand die dritte Jahreskonferenz des Virtuellen Instituts Smart Energy (VISE) statt. Aufgrund der geltenden Corona-Maßnahmen haben sich die über 130 Teilnehmer*innen online für die Veranstaltung zusammengefunden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Thorsten Schneiders (technischer Leiter des VISE) und Prof. Andreas Löschel (ökonomischer Leider des VISE) startete die Veranstaltung mit einem Grußwort von Michael Geßner (MWIDE). Dieser betonte den hohen Stellenwert smarter Technologien im zukünftigen Energiesystem sowie die Wichtigkeit der dahingehenden Forschung, die das VISE leistet.

Im Anschluss bot Heike Heim (Vorsitzende der Geschäftsführung der DEW21) mit ihrem Vortrag „Smart kann jeder?!“ einen Einblick in die Digitalisierung im Umfeld der Dortmunder Energie und Wasserversorgung. So war das Jahr 2020 geprägt durch eine rasante Entwicklung im Bereich digitaler Zusammenarbeit aufgrund der COVID-19 Pandemie. Das Kerngeschäft wird zudem zunehmend ergänzt durch Bestrebungen im Aufbau von Kompetenzen im Bereich Datenanalyse und Mehrwertgenerierung sowie von Kommunikationsinfrastruktur auf Basis von 5G und LoRaWAN als „moderne Lebensadern“.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden die zentralen Ergebnisse der Forschungsprojekte präsentiert. Den Auftakt machte Hawal Shamon vom Forschungszentrum Jülich. Er berichtete aus dem Teilprojekt „Energienachfrageverhalten Haushalte“. Dabei erläuterte er das Technologiescreening in dem Smart Energy Produkte und Services für Haushalte analysiert wurden. Im Anschluss ging er auf die Nutzbarmachung Smarter Technologien und Services in Form von Geschäftsmodellen ein bevor er die Analysen hinsichtlich der Bereitschaft zur Teilnahme an Batteriespeicher-Geschäftsmodellen exemplarisch darstellte.

Lukas Hilger von der Technischen Hochschule Köln berichtete über das Teilprojekt „Smarte Technologien für Unternehmen“. Hier wurde als zentraler Bestandteil ein Lösungsansatz für die Effizienzanalyse von KMU unter Einsatz von mobiler Messtechnik entwickelt. Anhand von zahlreichen Vor-Ort-Begehungen und Kurzzeitmessungen in Betrieben unterschiedlicher Branchen, konnte ein umfangreiches Mess-, Auswertungs- und Visualisierungsverfahren entwickelt werden. Begleitet wurden die Arbeiten durch Interviews mit den Unternehmer*innen um das Verständnis für den Energieverbrauch im eigenen Unternehmen zu verstehen. Dabei stellte sich die Visualisierung der Energiedaten als Enabler für ein Energiebewusstsein im Unternehmen heraus.

Das Teilprojekt „Regionale Virtuelle Kraftwerke“ wurde durch Arne Lilienkamp vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (ewi) vorgestellt. Nach einer Einführung zu den betrachteten Geschäftsmodellen sowie dem zugrundeliegenden elektrischen Netzmodell wurden zunächst die ökonomischen Analysen präsentiert. Als zentrales Ergebnis stellte sich heraus, dass durch die Aggregation von dezentralen Energieanlagen und der Vermarktung an den Großhandelsmärkten, sich die Strombezugskosten der Haushalte zu senken. Die nachfolgende Netzbetrachtung zeigt allerdings, dass dies einher geht mit einer Überlastung der lokalen elektrischen Netze, durch hohe Gleichzeitigkeiten bei geringen Preisen.

Mit dieser Online-Konferenz gehen die ersten drei Jahre des VISE und die im Sommer 2017 gestarteten Projekte zu Ende. Anfang 2021 werden die Veröffentlichung der Abschlussberichte erwartet, in denen Sie die präsentierten Ergebnisse noch einmal in Gänze nachlesen können.

Das VISE wird die Digitalisierung der Energiewirtschaft auch in Zukunft weiter begleiten und durch die Beantragung von Forschungsprojekten das Know-How der Forschungsplattform stärken. Wir werden Sie weiterhin über unsere Aktivitäten in Form unseres Newsletters informieren. Falls noch nicht geschehen, können Sie diesen hier abonnieren.

Wir wünschen Ihnen eine beschauliche Weihnachtszeit und einen guten Start in das Jahr 2021!

Ihr VISE-Team