Über VISE

Die Digitalisierung der Energiewirtschaft stellt die beteiligten Akteure vor große Herausforderungen. Insbesondere die von Industrie und KMU geprägte Unternehmenslandschaft in NRW ist betroffen. Sie benötigt dringend Strategien im Umgang mit der Digitalisierung. Um aber die Chancen innovativer datenbasierter Geschäftsmodelle zu nutzen, muss das vielfach verwobene System der digitalen Energiewelt und die inhärente Dynamik dieses Systems verstanden werden. An dieser Stelle möchte das Virtuelle Institut „Smart Energy“ (VISE) ansetzen und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes NRW und der Unternehmen in den Leitmärkten beitragen.

Das Ziel ist, mit dem VISE eine umsetzungsorientierte Forschungseinrichtung und ein zentrales Kompetenzzentrum aufzubauen und weiterzuentwickeln. Neben Unternehmen und wissenschaftlichen Partnern aus den Bereichen Technik, Wirtschaft und IT sind auch gesellschaftliche Verbände involviert.

Das inter- und transdisziplinäre Konsortium des VISE besteht derzeit aus Forscherinnen und Forschern von der WWU Münster, der TH Köln, der Bergischen Universität Wuppertal, dem Forschungszentrum Jülich, dem ewi Energy Research & Scenarios gGmbH, dem Wuppertal Institut und der Universität Duisburg-Essen. Inhaltlich gliedert sich das VISE in vier Teilprojekte mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten. Unter dem Dach des VISE werden die Ergebnisse und das Knowhow dieser Projekte gebündelt. Erst durch diese Bündelung kann das komplexe und interdependente digitale Energiesystem ganzheitlich erfasst und gestaltet werden.

Abbildung: Forschungskonsortium des Virtuellen Instituts "Smart Energy"

  • Teilprojekt 1 - Geschäftsmodelle

    Im Teilprojekt 1  soll systematisch betrachtet werden, wie die Digitalisierung das Innovationssystem in der Energiewelt verändert, welche die Innovationstreiber (Technologien, Akteure, Märkte, Regulierung) dieser digitalen Energiewelt sind und welche Geschäftsstrategien sich entwickeln können.
  • Teilprojekt 2 - Haushalte

    Energieversorger und Energiedienstleister haben nur wenige Informationen zu den Determinanten des Energienachfrageverhaltens ihrer Kunden, insbesondere der Haushalte. Eine detaillierte Analyse dieser Erwartungen und Anforderungen von privaten Energienachfragern ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Technikdiffusion und bildet die Grundlage für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Das Projekt dient der Analyse von Investitions- und Nutzungsbereitschaften von privaten Haushalten.
  • Teilprojekt 3 - Unternehmen

    Im Rahmen des Verbundprojektes "Virtuelles Institut Smart Energy" untersucht das Vorhaben innovative Lösungsansätze auf Basis smarter Technologien zur Verbesserung von Energieeffizienz, Energie- und Lastmanagement in mittelständischen Unternehmen. Ziel dieses Projekts ist es, ein besseres Verständnis für Nutzbarkeit und Nutzen von neuen, digitalen Technologien und Geschäftsmodellen für verbesserte Energieeffizienz, Energie- und Lastmanagement in Industrie und Gewerbe zu entwickeln und Ansatzpunkte für prinzipiell anwendbare Geschäftsmodelle und Services abzuleiten. 

  • Teilprojekt 4 - Virtuelle Kraftwerke

    Die zunehmende volatile Erzeugung erneuerbarer Energien führt zu einem erhöhten Flexibilitätsbedarf, um Stromangebot und –nachfrage miteinander zu synchronisieren. Virtuellen Kraftwerken kommt hierbei als mögliche Flexibilitätsoption eine zentrale Rolle zu. Das Konzept von virtuellen Kraftwerken basiert auf der Kopplung dezentraler Einheiten, wie z.B. Erzeugungsanlagen, Speicher oder steuerbare Verbraucher. Durch die Aggregation und Steuerung der dezentralen Einheiten erhält der Verbund eine Regelfähigkeit, die es ermöglicht, nachfrageorientierte Leistung bereitzustellen.

    Ziel dieses Vorhabens ist es, neue digitale Geschäftsmodelle der dezentralen Energieversorgung zu identifizieren und zu analysieren.